Chronik des Vereins
Chronik des TuS Kaltehardt, Abteilung Billard (vormals "Unter uns" Langendreer),
April 1944 bis Mai 2011.
Im April 1944, in den letzten Kriegstagen, gründeten einige Billardfreunde die Billard- und Schachgesellschaft „Unter uns“ Langendreer.
Die Gründer, Otto Weser, Heinrich Schwitalle, Dietrich Jakob, Willi Schmidt, Hans Brämer, Hugo Vogelsang, gehörten alle der älteren Generation an, die nicht mehr in den Krieg mussten. Dazu gesellten sich einige Kriegsversehrte und erfreulicherweise einige Jugendliche. Unter den schwierigsten Verhältnissen, ohne ausreichendes Material und durch Fliegeralarm oft gestört, wurde der Spielbetrieb aufgenommen. Freundschaftliche Vergleiche mit Nachbarvereinen fielen zunächst recht kläglich aus. Es wurde der damaligen Zeit entsprechend der „lange Ball“ gespielt.
Noch im selben Jahr, im November 1944, musste sich der Verein ein neues Lokal suchen. Er fand eine neue Bleibe im „Hotel zur Post“. Durch abenteuerlichen Tauschhandel, Kohle gegen Billardmaterial, wurden die Spielbedingungen erheblich verbessert. Es kamen neue Mitglieder hinzu und unter Vorsitz von Willi Schmidt wurde nach Beendigung des Krieges aus der Billard- und Schachgesellschaft der Billardclub „Unter uns“ Langendreer.
Ein Glücksfall für den Verein war es, dass sich der Heimkehrer Gustav Wrobel dem Verein anschloss. Von seinem Spiel konnten alle Mitglieder lernen. Die Ergebnisse der Vergleichskämpfe wurden besser, und es gab auch schon mal Gründe den Erfolg zu feiern. Als dann in Bochum der Zwecksportverband gegründet wurde, war es unser Mitglied Heinrich Brüggestraße, der die Leitung der Fachschaft Billard übernahm.
Es waren nur wenige Vereine, die gleich an den Meisterschaften teilnahmen. Billard als Wettkampfsport wurde aber zunehmend beliebter. Immer mehr Spieler fanden den Weg zu den Vereinen. Bekannte Spieler, wie Anton Bruns, Fritz Lohkamp, Paul Iwanowius, Heinz Spickermann und Willi Schneider, verstärkten die Mannschaft von „Unter uns“.
Nach der Währungsreform 1948 musste der Verein erneut einen Lokalwechsel vornehmen. Im Lokal „Wiethoff“ an der Ümminger Str., fand der Verein für 29 Jahre eine neue Heimat. Unterstützt von der „resoluten“ Wirtin erlebte der Verein seine bis dahin beste Zeit. Stammgäste ließen sich aufnehmen oder nahmen an gesellschaftlichen Leben des Vereins regen Anteil. Als dann Walter Offele, Alfred Scharmach, Hans Luthe und Ludwig Rose die 1. Mannschaft verstärkten, wurde zum ersten Mal der Aufstieg in die Verbandsliga erreicht. Auch in Einzelwettbewerben stellten sich Erfolge ein.
In den 60-er Jahren veränderte das Fernsehen und die Autos das Freizeitverhalten merklich. Das Interesse an Billard ließ merklich nach. Es gab kaum noch Nachwuchs in den Vereinen. Den Wirten standen die klobigen Billardtische im Wege, denn sie konnten mit anderen Unterhaltungsgeräten mehr Geld verdienen. Die Vereine versuchten mit großen finanziellen Anstrengungen aus diesem Dilemma heraus zu kommen. Sie machten sich von den Gaststätten unabhängig, in dem sie Räume anmieteten und eigene Tische kauften.
Für den Billardclub „Unter uns“ Langendreer sollte der Umzug 1977 in das „Haus Knepper“ eine Notlösung sein, denn ein Turnierbetrieb war in der Gaststätte nur unter großen Schwierigkeiten möglich. Als der Wirt, Peter Reinartz, seine Liebe für den Billardsport entdeckte, bot er dem Verein einen Kellerraum zum Ausbau an. Mit dem Kauf eines eigenen Billards und den dadurch verbesserten Trainingsbedingungen bekam der Verein wieder Aufwind. Die Nachwuchsarbeit wurde intensiviert und zeigte recht bald schöne Erfolge. Kersten Reinartz wurde mit 9 Jahren (!) Jugend-Westfalenmeister und 5. der Deutschen Jugendmeisterschaft. Mit 15 Jahren erreichte er bei dieser Meisterschaft den 3. Platz. Martin Benstöm wurde schon mit 17 Jahren Spitzenspieler der 1. Mannschaft. Diese Erfolge waren die beste Werbung für den Verein. Mit dem Kauf eines zweiten Billardtisches erreichte man ein deutliche Verbesserung des Spielbetriebes. Sehr gute Ergebnisse der 3 gemeldeten Mannschaften stellten sich schnell ein.
Vorstand und Mitglieder haben die Arbeit von Peter Reinartz tatkräftig unterstützt. Mit Stolz konnte man auf die Billardsaison 1983/1984 zurückblicken. Die 1. Mannschaft schaffte mit Kersten Reinartz, Martin Benstöm, Hans Luthe und Andreas Potetzki den Sprung in die Landesliga. Martin Benstöm „erlebte“ seine ersten Einsätze in der Bundesligamannschaft (2. Bundesliga) von BAK Bochum, die er recht erfolgreich bestritt. Kersten Reinartz wurde Jugend-Westfalenmeister und erreichte bei der Bundesmeisterschaft der Jugend (15-17 Jahre) einen hervorragenden 2. Platz. Die Landesliga-Aufstiegsmannschaft war vom ersten bis zum letzten Spieltag Tabellenführer und stieg unangefochten in die Verbandsliga auf. Martin Benstöm und Kersten Reinartz spielten die Freie Partie, Hans Luthe und Andreas Potetzki Cadre 35/2.
Um sich weiter zu verbessern, musste der Verein nach 7 erfolgreichen Jahren im „Haus Knepper“, eine größere Spielstätte suchen und beziehen. Das geschah im Herbst 1984, pünktlich zum 40-jährigen Jubiläum, mit dem Umzug in die Räume der ehemaligen Grundschule „Am Neggenborn“, wo man insgesamt 16 Jahre, bis zum Jahr 2000, erfolgreich beheimatet war. Peter Reinartz, einer der Väter des Gesamterfolges, verstarb leider viel zu früh im März 1985 im Alter von nur 37 Jahren.
2 kleine Tische und ein großes Billard sorgten für regen Spielbetrieb. Die erste Mannschaft schaffte mehrfach den Aufstieg in die höchste Billardklasse am kleinen Tisch, der Billard Oberliga Westfalen. Zwar stieg man zwischenzeitig in die Verbandsliga ab, aber der Wiederaufstieg in die Oberliga stellte sich immer wieder ein. Sehr gute Spieler, wie Christof Bürgel, Dietmar Jahnke, Stefan Kuhnke, Wolfgang Noll, Martin Benstöm, Oliver Freitag etc., sorgten durch ihre Erfolge in den Mannschafts- und Einzelmeisterschaften dafür, dass der Verein in positiven Schlagzeilen blieb. Volkmar Rudolph stieß hinzu und die beiden „Altgedienten“, Hans Luthe und Andreas Potetzki, lieferten ebenfalls regelmäßig ihren Beitrag zum Gesamterfolg des Vereins. Kersten Reinartz, das ehemalige Talent aus Langendreer, machte seinen Weg und spielte bald in der 1. Bundesliga. Das Dreiband-Spiel wurde seine bevorzugte Disziplin.
Auch die Spielstätte „Am Neggenborn“ war auf Dauer der Entwicklung des Vereins nicht „gewachsen“. Die Spielstätte wurde zunehmend altersschwach und es regnete mehr als einmal durch das Dach hindurch. „Unter uns“ Langendreer wollte weiterkommen und da spielte der Zufall eine entscheidende Rolle, wie so oft im Leben. Beim benachbarten Fußballverein, dem TuS Kaltehardt, fielen die Kabinen einem Feuer zum Opfer. Der TuS-Vorstand, namentlich Reinhard Siepmann, war sehr daran interessiert, mit benachbarten Vereinen zu fusionieren, um für die weitere Zukunft „gerüstet“ zu sein. Es kam zu Fusionsgesprächen, die am Ende erfolgreich gestaltet werden konnten. Axel Schneider, der damalige erster Vorsitzender von „Unter uns“, konnte die Gespräche mit Reinhard Siepmann erfolgreich beenden. 1999 kam es zu der Fusion, dabei wurde allerdings der Name von „Unter uns“ Langendreer nach mehr als 50 erfolgreichen und historischen Jahren beendet. „Unter uns“ wurde eine Billard-Abteilung des TuS Kaltehardt. Gleichzeitig ergab sich eine Verschmelzung mit einem Pool-Billard-Club, so dass die Abteilung deutlich an Mitgliedern zunahm. Axel Schneider wurde Vorsitzender der Abteilung und gemeinsam mit den Fußballern des TuS Kaltehardt erfüllte man sich einen Traum: den Bau eines völlig neuen Billardheimes. Ende 2000 konnte das Billardheim bezogen werden. 2 große Karambol-Billards, 3 kleine Karambol-Billards und 2 große Pool-Billards wurden platziert. In der Zwischenzeit hat man einen kleinen Karmbol-Tisch entfernt, um ihn durch einen dritten großen Pooltisch zu ersetzen, denn die Spielart „Pool“ erfreute sich einer immer größeren Beliebtheit. Aktuell sind ca. 65% der 110 Mitglieder Pool-Spieler. Nichtsdestotrotz war es aber so, dass der Verein seine großen Erfolge im Karambolbereich „einspielte“. So konnte schon im Mai 2002 der Aufstieg in die 2. Billard-Bundesliga, Technik, gefeiert werden. Die „Alte Garde“: Christof Bürgel, Volkmar Rudolph, Martin Benstöm und Andreas Potetzki schafften den Aufstieg in diese Klasse. Dr. Oliver Freitag, Christian Bayreuther und Axel Schneider sorgten durch einige Einsätze dafür, dass man den Aufstieg erreichen konnte. Im Sommer 2004 hat Andreas Potetzki Axel Schneider als Vorsitzenden der Billardabteilung abgelöst. Erstaunlichweise 30 Jahre nach Eintritt in den Verein und 28 Jahre nachdem er bereits schon einmal 1. Vorsitzender von „Unter uns“ war.
Nach 4 Spielzeiten in der 2. Bundesliga wurde im Mai 2006 eine Vision zur Wahrheit: Aufstieg in die 1. Billard-Bundesliga, Technik. Ein vorher nie für möglich gehaltenes Ziel. Dafür, dass es so kam, sorgten Hans Klok und Boudewijn Alink, die beiden ersten Ausländer beim TuS, die durch ihre hervorragende niederländische Billardschule entscheidend zum Aufstieg beigetragen haben. Hans Wernikowski, ein Altmeister des deutschen Billards, war ebenfalls ein Garant des Erfolges. Martin Benstöm, Volkmar Rudolph und Andreas Potetzki zählten ebenso zu den Stammkräften der Aufstiegsmannschaft.
Das Jahr 2006 war mit Abstand das bisher erfolgreichste Jahr seit der Gründung unseres Vereins vor fast 63 Jahren. Im Karambolbereich erreichte die I. Mannschaft im Mai 2006 die Meisterschaft in der 2. Mehrkampfliga und schaffte damit den Aufstieg in die 1. Mehrkampfliga, was gleichbedeutend mit der 1. Bundesliga ist, also der höchsten deutschen Spielklasse im Bereich Technik. In dieser Liga absolvierten wir bis zum heutigen Tag 12 Spiele und konnten bereits nicht nur vorzeitig den Klassenerhalt sichern, sondern besitzen aktuell, auf dem 4. Tabellenplatz stehend, noch die Möglichkeit an den Play-Offs teilzunehmen, also an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft Anfang Mai 2007. Wer hätte das vor 6 Monaten gedacht.
Ein weiterer Höhepunkt war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Cadre 35/2 im Oktober 2006 in Bad Wildungen durch Martin Benstöm. Damit wurde zum ersten Mal in der Geschichte des TuS Kaltehardt ein Langendreer Urgewächs Deutscher Einzelmeister.
Die 1. Mannschaft Karambol, Technik, schaffte am kleinen Tisch die Meisterschaft in der Landesliga und marschierte danach ungeschlagen und ohne Punktverlust durch die Verbandsliga. Die logische Folge war der vorzeitige Aufstieg im Dezember 2006 in die höchste deutsche Spielklasse am kleinen Tisch, der Billardoberliga Westfalen.
Nebenbei stellte die Mannschaft in der Besetzung Edmund Ehlert, Martin Benstöm, Hans Wernikowski und Andreas Potetzki, einen neuen Vereinsrekord auf, in dem man gegen den BSV Kamen 80 Points Mannschaftsdurchschnitt spielte.
Zum sportlichen Abschluss möchte ich noch ein paar Zeilen an unsere holländischen Freunde widmen:
Boudewijn Alink und Hans Klok haben für unseren Verein ganz hervorragende Ergebnisse erzielt und somit das positive Bild unseres Clubs und die sehr gute öffentliche Presse entscheidend mitgeprägt. Wir, der TuS Kaltehardt, sind wirklich stolz darauf mit Euch zu spielen und auch von Euch zu lernen. Peter Volleberg konnte seit Januar 2007 zeigen, wie wertvoll er für unseren Club ist. In seinen bisherigen 5 Spielen in der Disziplin Einbad erzielte er 3 Siege und einen Generaldurchschnitt von 10,45 Points. Damit ist er der zweitbeste Spieler im aktuellen Bundesligaranking. Mit dem jungen Gelsenkirchener Matthias Meske haben wir ebenfalls ein sehr hoffnungsvolles Talent im Verein. Das drückt sich unter anderem dadurch aus, dass Matthias 6 seiner 12 Partien gewinnen konnte und 1x Unentschieden spielte.
Leider erreichte uns am 4. April 2007 eine ganz schlimme und traurige Nachricht: Am 3. April verstarb unser Bundesligaspieler und einer der erfolgreichsten deutschen Spieler überhaupt, Hans Wernikowski, im Alter von 63 Jahren an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Auf dem Weg zum Billardtraining wurde Hans als Fahrer eines Motorrollers von einem nach rechts abbiegenden LKW-Fahrer in Dortmund übersehen und dabei tödlich verletzt.
Hans hinterließ eine große spielerische und menschliche Lücke. In seiner manchmal etwas „knorrigen“ westfälischen Art war er dennoch absolut zuverlässig, ein feinfühliger Mensch, ein absoluter Könner am Billardtisch und jemand, der sein großes Wissen gern weiter vermittelte. Der TuS Kaltehardt verlor mit Hans einen Menschen der sich in unserem Club sehr wohl gefühlt hat. Wir werden dem ehemaligen Europameister, Deutschen Meister, Westfalenmeister und noch vor 2 Wochen „frischgebackenen“ Kreismeister im Cadre 35/2 stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Bei einem so menschlich großen Verlust rückte das sportliche Geschehen vollständig in den Hintergrund. Die Mannschaft verlor ihre letzten beiden Bundesligaspiele, verpasste die Play-off-Qualifikation behielt aber die Bundesligazugehörigkeit. Und dass ein Unglück selten allein kommt, erfuhren wir im Sommer. Da verstarb unser Billardfreund Reiner Treidler im Alter von nur 55 Jahren. Er trainierte unsere Jugendlichen, war selbst ein sehr guter Billardspieler und dem TuS Kaltehardt eng verbunden.
Deutscher Meister wurde 2007 der BC Hilden, aber das vermutlich für eine lange Zeit zum letzten Mal, denn die Mannschaft fiel aufgrund finanzieller Problem noch am Tage des Sieges auseinander. Wir konnten einen sehr guten Einbandspieler aus Berlin verpflichten, der dort als Richter tätig ist. Sein Name: Robert Pragst. Und damit unser Klub im Konzert der ganz großen Mannschaften mitspielen konnte gelang es uns ein 19-jähriges Juwel aus Holland zu verpflichten. Raymund Swertz, ein „echter Riese“ am Billardtisch. Die ersten 4 Begegnungen der Saison 2007/2008 wurden allesamt gewonnen, für den TuS Kaltehardt ein vollkommen neues Bild. War man doch auf Augenhöhe mit den beiden anderen Bochumer Spitzenklubs. Leider verloren wir Mitte Dezember 2007 die beiden Spitzen-Begegnungen gegen den DBC Bochum und die Billardfreunde Weitmar jeweils mit 3:5 konnten aber feststellen, dass der Abstand zur deutschen Billardspitze geringer wurde. Mit einem Durchschnitt von beinahe 74 Points, in der letzten Begegnung des Jahre 2007, am 16.12.2007 zuhause gegen Bochum-Weitmar, spielten wir so gut wie noch nie in der gesamten Klubgeschichte. Im Februar 2008 schaffte das Bundesligateam das beste Ergebnis in der Geschichte des Klubs. Durch 2 Siege im Januar und 2 Siege Anfang Februar, qualifizierte man sich bereits 4 Spiele vor dem Ende der offiziellen Bundesliga-Runde für die Play-off-Spiele um die Deutsche Meisterschaft Ende April 2008.
In Langendreer ist es beinahe zur Gewohnheit geworden, dass man z. B. eine Freie Partie, die bis 300 Ball gespielt wird, fast immer in 1, 2 oder 3 Aufnahmen ausmacht. Die besten Spieler Deutschlands und zum Teil Europas spielten und spielen auf unseren Billardtischen und … das macht unheimlich stolz. Die sportliche Entwicklung des TuS Kaltehardt ist so rasant, dass dem Chronisten manchmal die Worte fehlen:
Die 1. Mannschaft Karambol in der 1. Bundesliga (großer Tisch), hatte sich für das Halbfinalspiel um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert und verlor dieses am 26.04.2008 gegen die Bfr. Weitmar 09 leider deutlich mit 0:8. An diesem historischen Moment waren 4 Spieler beteiligt: ein Mann aus Hamburg in der Freien Partie, Robert Pragst im Einband, Raymund Swertz im Cadre 47/2 und ein Langendreer „Urgestein“, Martin Benstöm im Cadre 71/2. Peter Volleberg, der sympathische Niederländer, kam aufgrund der Ausländerregel nicht zum Einsatz. Deutscher Meister wurde in überragender Manier der DBC Bochum und das bereits zum 20. Mal. Im Endspiel gewann der DBC mit 7:1 gegen unseren Bezwinger, die Billardfreunde Weitmar 09. Unsere 2. Mannschaft Karambol (großer Tisch) erreichte am 04. Mai den Aufstieg in die 2. Bundesliga verzichtete jedoch aus organisatorischen Gründen auf diese Klasse. Am kleinen Tisch waren wir mit der Mannschaft in der höchsten Klasse, der Billard-Oberliga Westfalen vertreten, mussten jedoch die Mannschaft zu Saisonbeginn 2008/2009 mangels geeigneter Spieler abmelden. 2 weitere Mannschaften spielen auf der Kreisebene, wobei die 2. Mannschaft den Aufstieg in die höchste Klasse des Kreises, der 1. Ruhr-Emscher-Liga geschafft hat. Im 3-Band stiegen wir im späten Frühjahr 2007 in die Westfalen-Oberliga auf, im Januar 2008 leider wieder ab, 2 Teams im Poolbereich, 2 weiter Teams im Hobbybereich des Poolbillard. Puh, eine echt gute Bilanz. Darüber hinaus Medaillen bei den Deutschen Einzel-Meisterschaften in Bad Wildungen, u. a. Martin Benstöm mit Bronze im Cadre 35/2.
Leider erhielt den Verein am 12.02.2008 wieder einmal eine schlechte Nachricht: Richard Backhaus, das erste Ehrenmitglied unseres Vereines, starb an diesem Tag kurz vor der Vollendung seines 88. Geburtstages. Richard gehörte zu den Gründungsvätern unseres Klubs, stand bis vor einigen Jahren noch selbst aktiv am Billardtisch und war bis zuletzt bei jedem Heimspiel unseres Bundesligateams anwesend. Sein Tod bedeutet einen herben Verlust für den TuS Kaltehardt.
Die Saison 2008/2009 begann am 18.10.2008 in der 1. Bundesliga mit einem 6:2 Sieg in Essen-Frintrop. Am 19.10. konnten wir gegen die starke Mannschaft der Billardfreunde Weitmar Unentschieden spielen. Und dann die Deutschen Meisterschaften Anfang November 2008 in Bad Wildungen:
Martin Benstöm wird zum zweiten Mal nach 2006 Deutscher Meister im Cadre 35/2 am kleinen Billard. Darüber hinaus wird er Deutscher Vizemeister im Cadre 52/. Unser Neuzugang aus Hamburg, Arnd Riedel, wird Deutscher Vizemeister im Cadre 71/2 und unsere Dame, Helga Pistorius holt sich die Bronzemedaille im Dreiband am großen Billard. Eine Super-Erfolgsstory für den TuS Kaltehardt. Am 08.11.2008 gewinnt die Bundesligamannschaft in Hilden, verliert aber am 09.11.2008 leider zuhause gegen die Übermannschaft des DBC Bochum mit 1:7. Das Ziel der Bundesligatruppe bleibt das Erreichen der Play-off-Spiele um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im April 2009. Dieses Ziel wird am 29.03.2009 mit dem 6:2 Sieg in Bergisch Gladbach klar erreicht. Der TuS Kaltehardt beendet die Saison 2008/2009 mit dem 3. Tabellenplatz und spielt im Halbfinale am 18. April 2009, um die Deutsche Meisterschaft gegen die Billardfreunde Weitmar. Diese Halbfinalpaarung glich der aus dem Jahr 2008. Leider wird dieses Spiel wie in 2008 verloren, dieses Mal mit 2:6. Einzig der Niederländer Raymund Swertz gewinnt die Freie Partie gegen Markus Melerski mit 300:193 in 4 Aufnahmen. Ein Mann aus Hamburg, Arnd Riedel und Martin Benstöm verlieren ihre Spiele. Den Deutschen Meistertitel gewinnt der DBC Bochum durch einen 5:3 Erfolg gegen die Billardfreunde Weitmar. Am Ende der Saison 2008/2009 wird der TuS Kaltehardt, wie in 2008, die 3. beste Mannschaft Deutschlands in der Disziplin Karambolage. Damit hat sich der TuS Kaltehardt auf dem höchsten Liganiveau stabilisiert. Es bleibt zu wünschen, dass der Verein in Zukunft weiter an seiner Erfolgsstory arbeitet und wir alle noch hoffentlich viele gute Zeiten im Club erleben werden. Die sportliche Entwicklung schreitet voran, aber der „Berg“ an Verantwortung und Stress wächst ebenfalls.
Der Bundesligastart 2009/2010 erfolgte am 17. Oktober 2010 gegen Neustadt an der Orla und wir starteten sofort mit einem 6:2 Sieg. Die Mannschaft hatte sich zum Teil sehr verändert. Mit Christian Jansen und Thomas Berger konnten wir 2 neue und bundesligaerfahrene Spieler verpflichten. Wir gingen mit dem folgenden Kader in die Saison:
Christian Jansen, Thomas Berger, Martin Benstöm und die 3 Niederländer Peter Volleberg, Raymund Swertz und Boudewijn Alink.
Am Samstag, den 10.10.2009, erzielten wir am kleinen Tisch einen neuen fantastischen Rekord auf dem kleinen Billard. Wir spielten 102,86 Mannschaftsdurchschnitt und gewannen in der Billard-Oberliga Westfalen mit 6:2 gegen Grün-Weiß Wanne. Mit dabei waren Volkmar Rudolph im Einband (125:13 in 13 Aufnahmen), Andreas Potetzki in der Freien Partie (300:52 in 2 Aufnahmen), Ulrich Synek im Cadre 52/2 (200:95 in 4 Aufnahmen) und Martin Benstöm im Cadre 35/2 (233:250 in 4 Aufnahmen).
Die Bundesligasaison beendeten wir auf einem sehr guten 4. Platz und erreichten somit zum 3. Mal hintereinander die Playoff-Spiele um die Deutsche Meisterschaft. Für den TuS Kaltehardt ein unbeschreiblich großer Erfolg. Im Halbfinale der Playoffs trafen wir am Samstag, den 08. Mai 2010 auf den Rekordmeister und amtierenden Deutschen Meister, den DBC Bochum. In der Aufstellung: Christian Jansen (gegen Ludger Havlik) in der Freien Partie, Martin Benstöm (gegen Fabian Blondeel) im Einband, Thomas Berger (gegen Xavier Gretillat) im Cadre 47/2 und Raymund Swertz (gegen Thomas Nockemann) im Cadre 71/2 haben wir 2:6 verloren. Einzig Raymund Swertz schlug in einer Weltklassepartie Thomas Nockemann vom DBC Bochum mit 150:1 in nur 1. Aufnahme Cadre 71/2 (!). Wir erhielten die Bronzemedaille und hatten viel Spaß. Im Finale standen sich der DBC Bochum und der BC Hilden gegenüber; ein Klassiker vergangener Jahre. Hilden warf im Halbfinale die hoch gewettete Mannschaft der Bfr. Weitmar mit 5:3 aus dem Rennen. Deutscher Meister wurde zum x-ten Mal der DBC Bochum, der das Finale gegen den BC Hilden souverän mit 8:0 für sich entschied.
In der Saison 2010/2011 haben wir uns souverän geschlagen. Am Ende der Saison belegten wir den 5. Tabellenplatz und verpassten die Play offs lediglich um 8 Partiepunkte. Wir waren punktgleich mit dem 4. der Tabelle, aber leider schlechter im Torverhältnis (so würde man es beim Fußball sagen). Die Play offs wurden bestritten durch den DBC Bochum, Bfr. Weitmar, BC Hilden (alle 3 genannten wie immer!) und durch Bergisch Gladbach. In einem spannenden Finale wurden Bfr. Weitmar erstmalig Deutscher Meister. Die Meisterschaft wurde durch eine Verlängerung erzielt, weil es regulär 4:4 stand. Es wurde gelost und eine Partie wurde verlängert. Der für Weitmar spielende Belgier, Patrick Niessen, zeigte dabei seine ganze Klasse und schlug in nur einer Aufnahme Cadre 71/2 den Bochumer Thomas Nockemann mit 75:2.
Der TuS Kaltehardt wird auch in der kommenden Saison in der 1. Bundesliga spielen. Martin Benstöm wird dann nicht mehr dabei sein. Er entschloss sich zukünftig für den DBC Bochum zu spielen. Voraussichtlich wird er dort in der 2. Mannschaft aktiv sein. Damit ist sichergestellt, dass mindestens ein neues Gesicht unser Team ergänzen wird. Wer das sein wird, steht heute noch nicht fest, aber es wird bestimmt sehr gut zu unserem Team passen.
TuS Kaltehardt befindet sich auf einem sehr guten Weg, die Geschichte des ehemaligen „Unter uns“ Langendreer erfolgreich fortzuschreiben. Ohne Historie, ohne die Gründungsväter des Vereins und ohne Tradition gibt es keine dauerhafte Zukunft. Die Gründungsmitglieder von „Unter uns“ wären heute bestimmt und völlig zu Recht Stolz auf ihren Verein, so wie die Fans von S 04 und BVB 09 auf ihre Vereine. Dem Chronisten läuft bei diesen Zeilen und nach 36-jähriger Vereinszugehörigkeit ein richtiger „Schauer“ über den Rücken. Seine Hoffnung besteht darin, über die beschriebene und erfolgreiche Tradition noch lange berichten zu dürfen.
Andreas Potetzki
Bochum, den 05. April 2011

